09.12.2018 | © HÖV Dortmund

Die Historie

Gegründet wurde der HÖV 1911 als Selbsthilfeeinrichtung von deutschlandweit 37 kommunalen Verkehrsbetrieben unter dem Namen „Straßenbahn-Haftpflicht-Vereinigung“. Der Grund: Mit dem sich rasant erhöhenden Verkehrsaufkommen brauchten die Kommunalbetriebe immer dringlicher zuverlässige, bezahlbare Sicherheit im Schadensfalle und damit Unabhängigkeit von den privaten Versicherungsgesellschaften, deren horrender Prämiengestaltung und der Kündigungsgefahr angesichts von Großschäden.

Tragfähiges Solidarprinzip

Die Lösung: die bis heute gültige Idee der gemeinschaftlichen Bildung eines Haftpflichtverbandes nach dem Solidarprinzip. Dieser Schadenausgleich sollte fortan für alle Haftpflichtschäden der Mitglieder aufkommen und einen Deckungsschutz gewähren, der alle Haftpflichtrisiken umfasste, die unweigerlich mit dem Betrieb eines kommunalen Verkehrsunternehmens entstünden. Das Modell reüssierte und ist ein exzellentes Beispiel für die politische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit: Gemeinwesen leben vom Prinzip der Solidarität.

Bestand im Wandel

Über 100 Jahre HÖV bestätigen diese gelebte Praxis mit großem Erfolg – die geniale Konstruktion der Gründerväter hat sich durch die gesamte Geschichte hindurch bewährt. Zwei Weltkriege, wirtschaftliche Verwerfungen, die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands, tiefgreifende politische und technische Paradigmenwechsel und ein Digitalzeitalter später ist der HÖV immer noch ein quicklebendiges Zukunftsmodell.

Mitgliederwachstum

Mit komplexer werdendem Verkehrsaufkommen heißt der Verband seit mehr als fünf Jahrzehnten „Haftpflichtverband öffentlicher Verkehrsbetriebe“. Bis zum 2. Weltkrieg 1939 wuchs er auf fast 100 Mitglieder an, verlor im Zuge der deutschen Teilung 1949 und gewann nach der Wiedervereinigung seit 1991 deutlich an Terrain. Heute profitieren über 150 Mitgliedsunternehmen von den Leistungen des HÖV – Wachstum inbegriffen.